Just another boring photo book list!

Abgerechnet wird am Schluss! Der Listenwahn grassiert – same procedure as every year. Fotobuchlisten…Listen…und noch mehr Listen. Die opportunen Reaktionen darauf: zumeist Überdruss und Gemurre. Ist das alles zu viel des Guten? Andreas Herzau etwa schreibt in seinem Blog: „Meine Vermutung geht dahin, dass die Verfasser dieser Listen sich selbst adeln wollen und eine geschickte Form von Eigen-PR betreiben.“

Lord Michael (Buchhandlung im Haus der Fotografie) und Sir Peter (Photonews-Blogbuch) streicheln also ihr Ego und suchen aus 600 Titeln ihre Lieblingsbücher heraus. Äußerst subjektiv und immer ein wenig abseitig.

An Eigenwerbung haben wir tatsächlich nie dabei gedacht. Stattdessen drängte uns die REINE LUST am (Aus-)Sortieren, Bilanzieren und Auswerten, in einem Jahr, in dem wieder eine extrem hohe Dichte guter Fotobücher vorherrschte. Hier kommt eine 19er-Liste (ohne Reihenfolge) unserer Lieblingstitel, garniert mit „Soundtracks“ von Michael Klein und „Lieblingssongs 2013“ von Peter Lindhorst.

Mark Power Mass

Mark Power: Mass. 118 S. mit 36 Farbabb., inkl. 18 vierseitigen Ausklapptaf., Hc, 20,2 x 25 cm. (Gost Books) 

Nahaufnahmen der Schlitze von kirchlichen Sammelbüchsen, zerkratzt, blankgescheuert, bestoßen – allzeit bereit, sich den Obolus der Gläubigen einzuverleiben – Mark Power kombiniert diese mit Totalaufnahmen der dazugehörigen Kirchenschiffe. Illustre Architektur, barocker Prunk und verschwenderisch ausgeschmückte Räume. Wie viele kleine Opfergaben mögen nötig gewesen sein, um diese Pracht zu finanzieren? Ein intelligent kritisches Statement zur katholischen Kirche, gestalterisch außergewöhnlich umgesetzt. Durch aufwendige Falttechnik wachsen die Bilder der Basiliken auf das Vierfache der Buchgröße an.

Dazu hört man: http://www.youtube.com/watch?v=u57sozXu4WA

 

 

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Pepa Hristova: Sworn Virgins. 228 S. mit 71 Farbfotos u. 63 s/w Fotos, Hc., 22 x 26.5 cm (Kehrer Verlag)

Mehr als zwei Jahre und etliche Dummyversionen hat es gedauert, dann ist „Sworn Virgins“ endlich als Buch erschienen. Landschaften, Portraitaufnahmen, Sequenzen und Archivmaterial wollten in eine ideale Form gebracht werden. Ein schwieriger und mühevoller Prozess, aber Pepa Hristovas Hartnäckigkeit und Ausdauer bei der Transformation ihrer Arbeit in Buchform haben sich gelohnt. Eines der unkonventionellsten und anspruchsvollsten Fotobücher des letzten Jahres ist entstanden.

Der Track zum Buch: Moderat – Bad Kingdom. http://www.youtube.com/watch?v=3NPxqXMZq7o

 

 

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Gerald von Foris: Das letzte Gericht oder Die Strafe Gottes. 58 Farbabb., o. pag., Hc., 15 x 21 cm, handgefertigtes Cover mit Siebdruck, Auflage 100 Ex., signiert, nummeriert (Eigenverlag)

„1038 Auf die Auferstehung aller Toten, „der Gerechten und Ungerechten” (Apg 24,15), wird das Letzte Gericht folgen. Das ist dann die Stunde, „in der alle, die in den Gräbern sind, [diel Stimme [des Sohnes Gottes] hören und herauskommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht” (Joh 5,28-29). Dann wird „der Menschensohn in seiner Herrlichkeit [kommen] und alle Engel mit ihm“ (Quelle: http://www.vatican.va)

Apokalyptischer Verweis für ein rätselhaftes Reisetagebuch. Es begegnen uns u.a.: ein japanischer 80er Jahre Mittelklassewagen, der überfahrene Kadaver eines Marders, bunte Pilze, viel Wald, auch ein grünes „Jopo“ Rad und eine Pommesschale voll mit Hundescheisse. Die Fotos, die Gerald von Foris aus Finnland mitgebracht hat, sind morbide, romantisch, humorvoll, verzaubernd, undurchsichtig – aber unbedingt sehenswert. Aber was hat es mit dem geheimnisvollen Datum auf sich, mit dem das Gummiband gestempelt ist, welches das Büchlein zusammenhält?

Beim Durchblättern unbedingt Muuan Mies hören: http://www.youtube.com/watch?v=arpj5g6o0x8

 

 

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Gerald von Foris: Das, mein Sohn, wird alles einmal dir gehören. 32 S. mit 47 Farbabb., Pb., 22 x 30.2 cm, signiert, nummeriert.

Geralds Vater ist fast 90 Jahre alt. Kriegsgeneration. Nichts wird weggeworfen –  kann man ja vielleicht noch mal gebrauchen. In einer Tüte findet Gerald von Foris die Rudimente von alten Geschirrhandtüchern und Feudeln. Scheußlich, ekelhaft, unappetitlich. Er legt sie auf einen Leuchtkasten und fotografiert sie ab. Die Schönheit im Banalen entdeckt und ein anrührendes Symbol für die Vergänglichkeit des Lebens erschaffen. Mit „Das, mein Sohn, wird alles einmal dir gehören“ hat von Foris hat sein Erbe angenommen und ein wunderbar anrührendes Portraitbuch publiziert.

Ein wunderschöner Song zu einem ebensolchen Buch: Dean Blunt – Papihttp://www.youtube.com/watch?v=lKO4tym4yPg

 

 

 

Delbrouck, Windy Trees

Vincent Delbrouck a.k.a. VD: Some Windy Trees. The Himalayan Project – Part 2. Mit 10 Farbabb., o. pag., Pb., 24 x 32 cm (Eigenverlag)

Vincent Delbroucks zweites Himalayabuch präsentiert eine Serie sturmzerzauster Bäume im Hochgebirge. Knorrige, gekrümmte Gestalten wie arthritische Monolithe, ihre Wurzeln hartnäckig in den kargen Gebirgsboden gekrallt, stemmen sie sich den Unbillen der Natur entgegen. Es gibt nur 10 Abbildungen. Dazwischen viele weiße Doppelseiten, durch die der Wind ungehindert wehen kann. Ein Fotobuch, minimalistisch wie ein japanisches Haiku, poetisch und assoziativ.

Ein Stück  von Jonathan Wilson während des Blätterns: http://www.youtube.com/watch?v=-S7OkHSJJGY

 

 

 

Patricia Escriche - Desvelos

Patricia Estriche: Desvelos. 27 S. mit 15 Abb. i. Farbe u. SW sowie ein Print in Buchgröße,  Pb., 15 x 15 cm, Auflage 50, signiert u. nummeriert. (Eigenverlag)

Der Begriff „Desvelos“ hat im Spanischen zwei Bedeutungen. Er meint „offenbaren“, „aufdecken“, beschreibt aber auch jenen speziellen Zustand zwischen Schlaf und Wachsein, wenn sich Gedanken und Träume ineinander verweben. Die Fotografien in dem schmalen Buch entziehen sich hartnäckig einer eindeutigen Interpretation, sind rätselhaft und somnambul. So persönlich und individuell wie die Fotografien, ist auch das schmale Buch gestaltet. Patricia Escriche hat „Desvelos“ als Künstlerbuch in einer kleinen Auflage von 50 Exemplaren hergestellt. Der Einband aus japanischem Chiyogami Papier fühlt sich warm und weich an. Offene Bindung und Japanbroschur sowie der kunstvoll von Hand vernähte Buchblock ergeben zusammen mit den Fotografien ein harmonisches Objekt, dessen handwerklicher Charakter den Reiz dieses Buches ausmacht.

Ein geeigneter Song zum Buch: Wooden Shijps – These Shadows. http://www.youtube.com/watch?v=1p3Cbim3aa4

 

 

 

Monzon, Karma

Óscar Monzón: Karma. 128 S. mit 69 Farbfotos. Pb. 21 x 30 cm (RVB Books)

Der Mensch und sein Auto. Vier Jahre ist Óscar Monzón auf den Strassen Madrids unterwegs gewesen, immer nachts. Hat an Ampeln und auf Fußgängerbrücken gelauert und seine Protagonisten gnadenlos aus ihren vermeintlich privaten und geschützten Autoinnenräumen herausgeblitzt. Bruce Gilden, Mark Cohen und Gary Winogrand stehen am Strassenrand und applaudieren. Das Buch ist reiner Punk: Krasse Anschnitte und Einstellungen, radikal und kompromisslos komponiert, gedruckt auf extra High-Gloss Papier. Eine Arbeit wie ein gruseliger Acid-Trip. Wahnsinn! Zu Recht Gewinner des diesjährigen Paris PhotoAperture Foundation First PhotoBook Awards.

Die nötige akustische Kulisse gibt es bei Alien Sex Fiendhttp://www.youtube.com/watch?v=dBmMKXFmILk

 

 

 

Duijvekam, Mandy

Willeke Duijvekam: Mandy and Eva. 2 x 44 S. mit zahlr. Farbabb., 22.5 x 32 cm (Eigenverlag)

Transgender in der holländischen Provinz. Zwei junge Menschen, gefangen im falschen Körper. Mandy und Eva sind Mädchen, wurden aber als Jungen geboren. Über einen Zeitraum von 6 Jahren, in der Zeit ihrer Pubertät, hat Willeke Duijvekam die allmähliche Verwandlung  der beiden in sensiblen und zurückgenommenen Bildern fotografisch dokumentiert. Neben dem bemerkenswerten Thema wartet das Buch auch noch mit einer überraschenden und klugen gestalterischen Lösung auf: Zwei Buchblöcke, die Seiten, abwechselnd ineinandergelegt, überlappen sich, geben Einblicke in die jeweils andere Geschichte und verbinden auf diese Weise auch formal was inhaltlich zusammengehört – wieder einmal eine geniale Lösung von SYB.

Dazu passt gut: Julia Holter, This is a True Heart, http://www.youtube.com/watch?v=rcjmdqfbb4g

 

 

Meeks, solitudes

Raymond Meeks: 2 solitudes. 58 S. mit  24 Abb. in Farbe u. sw. u. 1 Silber-gelantineprint, Hc., 30 x 40 cm, Auflage 40, signiert, nummeriert (Dumbsaint Editions)

“how will you go about finding that thing
the nature of which is totally unknown to you?
suspended in the beautiful solitude of an open road,
when the blue is deepest on the horizon
a joy close to pain.
every love has its landscape,
as a place possesses you in its absence,
takes on another life as sense of place,
a faraway deep inside”.

Aus: “A field guide to getting lost” von Rebecca Solnit. Ein Buch wie eine wehmütige Reise zurück in eine unbeschwerte Kindheit. Bilder voller Wehmut und berückender Schönheit ohne je pathetisch und geschmacklos zu sein. Raymond Meeks ist ein großer Poet unter den Fotografen.

Musikalische Reiseunterstützung gib es bei: http://www.youtube.com/watch?v=sHhVydgvuAc

 

 

Casotti Foto

Piergiorgio Casotti: Sometimes I cannot smile. 168 S. mit 136 Fotos. Hc., 17 x 22 cm. (Selfpublish by Piergiorgio Casotti).

In Grönland. Dunkel, alles so dunkel:  Die langen Wintertage und die Herzen der Jugend. Perspektivlosigkeit, Überdruss und Alkohol führen in die Hölle. Die Selbstmordversuchsrate ist hoch. „Why kill time when you can kill yourself,“ sangen einst Cabaret Voltaire. Auf dem Cover ein flüchtig hingekritzelter Beelzebub, der mich angrinst. Ich kann überhaupt nicht lachen.

Leute, die dieses Buch kaufen, hören dazu: Messer, Neonlicht. http://www.youtube.com/watch?v=Lqxtw6OsGy0

 

 

 

Eneroth Foto

Joakim Eneroth: Swedish Red. 50 S. mit 31 Fototaf. Hc., 17 x 26 cm. (Steidl)

Die sind niedlich, diese roten Holzhäuschen. Könnten direkt aus der Werbebroschüre des schwedischen Tourismusverbandes entsprungen sein. Lönneberga-Sehnsuchtsprojektionen münden in Irritation: wo sind hier eigentlich Fenster? Ein paranoider Drang nach Sicherheit bedeutet gleichzeitig die totale Abkapselung von der Umwelt. Gar nicht mehr so niedlich, diese Isolationskapseln.

Leute, die dieses Buch mögen, hören dazu:  John Grant, Pale Green Ghosts. http://www.youtube.com/watch?v=Ux1fglC0aT0

 

 

Renner Foto

Volker Renner: Die Anderen. 48 S. mit 87 Fotos. Hc., 16 x 24 cm. (Textem Verlag)

Volker Renner bringt gleich 4 Bücher auf einen Schwung heraus. Ja, geht’s noch? Ich hätte auch die anderen aussuchen können, dann wurde es aber „Die Anderen“. Der dunkelgrüne PVC-Umschlag des Buches fühlt sich an wie die Oberfläche des einstigen Sofas im elterlichen Wohnzimmer. Aus 2000 gefundenen Fotos sind 87 ausgesucht. Die zeigen: Deutsche Gemütlichkeit aus Perserteppich, Party-Luftballons unter holzgetäfelter Decke und Schnittchen auf der Platte. Nostalgie schleicht sich von hinten an und klopft mir jovial auf die Schulter. Nach Lektüre schlage ich ein Rad.

Dazu passt: Höchste Eisenbahn. Was machst du dann? http://www.youtube.com/watch?v=1vhCySYSQQs

 

 

 Baumgarten, Leer

Nico Baumgarten: Leer. 224 S. mit zahlr. Farbfotos. Hc.,  15 x 22 cm. (Selfpublish by Nico Baumgarten)

Die Vermessung der Vorstadtwelt. Die Straßen von Leer sind leer. Hinter gestutzten Hecken befinden sich die roten Backsteinfassaden. Dicke Gardinen schützen vor neugierigen Blicken. Manchmal stülpt Baumgarten das Innen nach außen: dann, wenn er Porträts der Bewohner, Interieurs, aufgeschnappte Statements  u.ä zwischen die formatierten Wohnhöllen montiert. Leer ist eine ganz normale deutsche Stadt in Deutschland, mit ganz normalen Leuten, die ganz normale Träume und Sehnsüchte haben.

Passend dazu: Trümmer. Der Saboteur.  http://www.youtube.com/watch?v=zOihf6l2jDg

 

 

 

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Rinko Kawauchi – Sheets. 100 S. mit zahlr. Fotos. Hc.,  13,5 x 22 cm. (Kominek, Berlin)

Mein Lieblingsfilm 2013 ist ein Buch. Kontaktbögen in Fotobüchern präsentieren? Langweilig! Anders bei Rinko Kawauchi: Aus den letzten 10 Jahren arrangiert sie auf kühne Weise bekanntes und neues Streifenmaterial. Die temporale Ordnung wird manipuliert, indem die Japanerin disparate Zeitraffer-Episoden miteinander verknüpft. Die Bilder lernen laufen. Dann rasen sie mit dem Betrachter um die Wette. Die dazwischen geschobenen Ausklappseiten gebieten kaum Einhalt. Wenn jemand derzeit das Potential von Büchern ausschöpft, dann Rinko Kawauchi. Das Buch ist wie Kino, nein, das Buch ist Kino. Großes.

Musik zum Buch: James Blake. Retrograde. http://www.youtube.com/watch?v=6p6PcFFUm5I

 

 

 

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Ekaterina Anokhina. 25 Weeks of Winter. 64 S. mit zahlr., teils farb. Fotos. Pb., 10,5 x 14,8 cm. (Peperoni Verlag)              

„Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling.“ Ein Hohn – die Zeile des alten Schlagers. Ein Zettel fällt aus dem Büchlein. Darauf der Befund für die Patientin E.: Depressionen, Halluzinationen, Selbstzerstörungsphantasien, Albträume nach einer Trennung. Das Buch ist eine einzige Elegie, in den düstersten Tönen und in den schrillsten Farben ausgemalt. Es erzählt vom Unfassbaren: von einer aus den Angeln gehobenen Welt, die einen Menschen in tiefste Martyrien stürzt. Das Herz hört nicht auf zu weinen, my Darling!

Die passende Musik dazu: Savages. Shut uphttp://www.youtube.com/watch?v=kim-REn8ecg

 

 

 

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Andreas Weinand. The Good Earth. 144 S. mit 116 Farbfotos. Hc.,  30 x 24,5 cm. (Peperoni Verlag)

In dem Vorgänger „Colossal Youth“ beugten sich die Jugendlichen über den Boden, um Pilze einzusammeln, an denen sie sich später berauschen mochten. Hier hocken die Senioren über den Boden, um Gemüse abzuernten, an dem sie sich später kulinarisch berauschen. Was lernen wir? Ackerboden ist nicht gleich Ackerboden. Der Lebensabend lässt sich glücklich gestalten. Margret, Walter und Erwin bewirtschaften ein Stück Land unter ökologischen Gesichtspunkten, mitten im Ruhrgebiet. Es habe Zeit gedauert, bis er begriffen habe, dass Beete nicht einfach nur grün seien, beschreibt Weinand seine Erfahrungen während der Zeit, in der er die drei begleitet hat. Es hat keinen Moment gedauert, zu begreifen, wie großartig diese Arbeit ist.

Ein geeigneter Ohrwurm kommt von Prefab Sprout – The Best Jewel Thief in the World. http://www.youtube.com/watch?v=bwmn7ad97Ho

 

 

 

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Frederik Buyckx – Jesus, Make-up and Football. o.pag,  mit 129 Farbfotos. Pb., 21 x 28 cm. (Lannoo Verlag)

Jetzt wird hübsch gemacht. Rio rüstet sich für die kommenden Brot und Spiele. Das reicht bis in die No-Go-Areas, die Favelas von Rio. Buyckx ist auf deren Straßen unterwegs und dokumentiert das alltägliche Leben der Bewohner, die sich extrem lebensfroh und körperbewusst vor der Kamera geben und Jesus und Fußball gleichermaßen verehren. Eine sehr raue, extrem dichte Serie! Damit hätte das Buch schon verdient, in dieser Liste zu sein. Warum es auch drin ist? Die Form: Der Text wird direkt auf dem Cover abgehandelt, um keinen Platz zu verschwenden. Als japanische Broschur aufgemacht, reiht sich Hochformat an Hochformat. Denkt man zunächst. Dann merkt man, dass es zweigeteilte Querformate sind, die beim Umblättern auf die nächste Seite übergehen. Atemloses Durchwandern! Dies Buch – my personal jesus!

Soundtrack zum Buch: DJ Koze – Nices Wölkchen (featuring Apparat),  http://vimeo.com/65144178

 

 

 

Sieber Imaginary Club

 

Oliver Sieber. Imaginary Club. 432 S. mit zahlr. Fototaf., Pb. , 21 x 27 cm. (Böhmkobayashi / GwinZegal) 

In einem Interview sagte der Fotograf vor kurzem sinngemäß, in einer völlig neuen Stadt suche er nach Orten, an denen er sich wohlfühle. Die Suche sei meistens durch Musik bestimmt und so gehe er in Record Stores, suche nach Flyern von Konzerten etc. Genauso mache ich das auch. Vor kurzem entdeckte ich den „Imaginary Club“. Das Buch stand auf einer Theke (sic!). Ich vergaß glatt, meine Bestellung aufzugeben, blendete alles um mich aus und betrat den Imaginary Club. Aus den Seiten dröhnte mir  ein vertrauter Sound entgegen. Farbige, klassisch anmutende Porträts junger Leuten aus unterschiedlichsten Subkulturen wechseln sich ab mit SW-Ansichten von Städten. Seitdem ich das Buch besitze, bin ich wohl unzählige Male in den Imaginary Club zurückgekehrt. Einer der Orte, an dem ich mich derzeit am wohlsten fühle. Verschwende deine Jugend!

Leute, die dieses Buch mögen, hören dazu: Disclosure, When a Fire Starts to Burn. http://www.youtube.com/watch?v=4nsKDJlpUbA

 

 

 

Driesche

 

Thomas Vanden Driessche. How to be a Photographer in Four Lessons. 48 S. mit zahlr. Abb. Pb. 17 x 21,5 cm. (Andre Frère Editions)

Okay, Karriereplanung für 2014 nach der Lektüre neu ausgerichtet. Werde nicht mehr schreiben, sondern fotografieren. Das Buch – die reinste Inspirationsquelle. Fotograf werden – schnell gemacht! Die Kapitel heißen: How to be a… Conceptual Photographer / Kitsch Photographer / Modern Photojournalist / Helsinki School Photographer / Crowdfunded Photographer / Happy Photographer (mein Liebling!). Lebenshilfe, die in jede Hosentasche passt. Der Style des Buches: Moleskin plus DIY-Fanzine-Ästhetik.  Macht was her auf jeder Party, wenn man es hervorzieht und daraus zitiert! Dieses Buch ist witzig. Und wenn ich witzig sage, meine ich witzig. An alle da draußen: Essentiell! Kaufen! Keine Widerrede!

Zum Abschluss werdet ihr rausgekehrt mit: Babyshambles. Dr. No. http://www.youtube.com/watch?v=fKyZBlq6FSA

Kommentare

  1. michael Kollmann meint

    Da waren wahrlich 2 Connaisseure am Werk, das fällt auf. Unter all den Fotobuch-Listen des heurigen Jahres ist das die spannendste und auch lustigste ! Noch dazu 2 zum Preis von 1. Auch die musikalische Ebene bürgt für Überraschungen und mit Alien Sex Fiend (ganzes Album !) gibt es für die jüngeren Leser auch gleich Musikerziehung gratis. Ganz toll und Danke. Applaus ,Applaus, Applaus……………………..
    http://www.youtube.com/watch?v=dOy7vPwEtCw

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