Schönheit im größten Wahnsinn.

Ein Gespräch mit dem Fotografen Gerald von Foris, der eigentlich nicht reden will und es dann zum Glück doch tut.

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Da ist er, der erste schöne Frühlingstag. Jegliche Schwermut, die sich aus dem vorherrschenden Grau des Februars gefüttert hat, scheint wie weggeblasen. Passt gar nicht zum Termin mit meinem Gesprächspartner Gerald von Foris, der von sich selbst sagt: “Selbst wenn ich einen Baum fotografiere, sieht der noch melancholisch aus!” Desperate Themen behandeln, die sich als Schatten über die Leichtigkeit des Seins im ersehnten Sonnenlicht schieben? Einige Überredungskunst ging voraus, um ein Treffen mit Gerald von Foris zu verabreden. “Ich find mich unbedeutend, es gibt doch so viele Fotografen, die haben Superzeugs am Start und die haben wirklich was zu sagen. Warum denn ausgerechnet ich?”

Ja, warum eigentlich ausgerechnet Gerald von Foris? Weil er dem Betrachter Arbeiten in die Hand legt, die Superzeugs sind, um seine Terminologie zu bemühen. Auch wenn er das nicht hören will. Das, mein Sohn, wird alles einmal dir gehören und Das letzte Gericht oder Die Strafe Gottes sind die beiden selbstpublizierten Bücher, von denen man als Betrachter hart in den Griff genommen wird. Darin findet ein äußerst kunstvoller, feinfühliger Umgang mit Bildern statt, die Momente wesentlicher Intensität heraufbeschwören, auch wenn die Intensität vor allem aus Unbehagen und Traurigkeit resultiert. “Mir haben schon zwei, drei Leute gesagt, dass sie geweint hätten beim Betrachten. Es rührt die Leute und das ist ein schönes Ergebnis für mich”, wird der in München ansässige Fotograf später sagen, während wir in der Sonne sitzen, die Schiffe auf der Elbe an uns vorüberziehen lassen und er über seine Publikation Das, mein Sohn, wird alles einmal dir gehören sinniert.

Doch der Anfang unseres Gesprächs verläuft erst einmal holprig, als wir uns einen Platz am Fischmarkt suchen. Der sympathische Fotograf hadert mit sich und seinen Arbeiten. Kann man sich denn leisten, eine derartige Bescheidenheit als Fotograf an den Tag zu legen? Wer neue Bücher macht, muss doch ordentlich auf der PR-Pauke rumtrommeln? “Ich sehe, was andere Leute machen und finde, dass meine eigenen Arbeiten zurückstehen dagegen. Das ist keine Bescheidenheit, das ist Realismus. Überhaupt – das Buch Das, mein Sohn, wird alles einmal dir gehören, welches ich gerade gemacht habe, ist eigentlich nur ein größeres Heft. Und das andere Buch kommt daher wie eine Loseblattsammlung. Darin ein Text, der sich liest, als sei er im Fieberwahn entstanden. Das Ganze ist doch nur ein Nebenprodukt. Warum sollte ich das überhaupt jemanden verkaufen für 25 Euro?”

BlaurotesTuch

Meint der Fotograf das ernst? Man begegnet ja Leuten, die gerne das Understatement be- und übertreiben. Letzteres kann einen irgendwann ziemlich nerven. Schüchternheit als bewusstes Kalkül. Aber das beschreibt überhaupt nicht Gerald von Foris, dem es extrem schwer fällt, im Mittelpunkt zu stehen und über sich zu reden. Gut, reden wir also über seine Bücher. Das Schwierige ist nur – sie sind so extrem persönlich.

Das, mein Sohn, wird alles einmal dir gehören ist –genau betrachtet- nicht nur ein Buch, sondern zwei: Das großformatige „Hauptbuch“ umfasst nichts weiter als eine Farb-Serie mit 14 Küchentüchern. Aufgenommen sind diese auf weißem, neutralen Untergrund, mit einer Großformatkamera bei verfügbarem Tageslicht fotografiert. Der Stoff ist von der Zeit völlig zerfressen, einige Tücher bilden nur noch lose Fadenbündel, die aneinander hängen. Das ist schaurig und geheimnisvoll schön zugleich. Eine Typologie der Melancholie. In einem zweiten eingelegten Buch werden dem Betrachter Ansichten einer verschrammten Wohnung geboten, bestimmte Gegenstände sind isoliert aufgenommen. Diese Inventarisierung wird schließlich mit alten Urlaubsdias durchwebt.

Die beiden Bücher erzählen indirekt über jene Lebensphase seines Vaters, in der sich dieser nicht mehr gut selbst versorgen kann und schließlich in eine Pflegeeinrichtung muss: “Es ging irgendwann zuhause nicht mehr. Eine Altersdemenz war bei meinem Vater vorhanden. Die Küchentücher können somit als Allegorie herhalten. Was bleibt? Ist das Hirn in Auflösung begriffen? Was passiert mit mir, wenn ich alt werde? Wie unerbittlich ist das Leben am Ende zu mir? Die Tücher-Serie ist mit existenziellen Fragen verbunden und auf eine sehr pure Art fotografiert.”

Das, mein Sohn, wird alles einmal dir gehören (Cover)

Das kleine Begleit-Buch bildet den Subtext, es ist eine Geschichte der Verweise. Man imaginiert die Person durch die Dinge, die sich in ihrem Besitz befinden. So ist kein einziges Bild des Vaters aus der Gegenwart beigefügt, dagegen sieht man ihn als jungen Mann in verschiedenen Urlaubssituationen. Dazu stellt Gerald von Foris fest: “Als Betrachter hat man erst mal keine Ahnung beim Betrachten der Tücher. Die Tücher-Serie ist rein dokumentarisch aufgefasst, ohne irgendwelche Inszenierungstricks. Ich hab sie genauso gefunden, aber das glaubt mir keiner, weil die Tücher so abstrakt und roh und zugleich armselig wirken und fast eine bedrohliche Ausstrahlung haben. Die Zeit hat stark an ihnen gearbeitet. Eine Idee ergibt sich für den Betrachter nach und nach aus den spärlichen Informationen des Begleitbuches. Die darin abgebildeten Gegenstände geben der Serie mit den Tüchern ihren Kontext. Mögen die aus der Wohnung ausgesuchten Gegenstände für das kleine Buch auf den Betrachter auch noch so absurd wirken, sie sind sehr bewusst gewählt, weil damit bestimmte Bedeutungen verbunden sind und die Identität meines Vaters rekonstruieren. Die Reitstiefel, eine Lacoste Tüte oder die St. Pauli-Nachrichten. Das mag seltsam und auch ein bisschen skurril wirken. Aber alle Dinge haben einen Bezug. Es gibt auch diese alte angestoßene Kondomschachtel, die er aufbewahrte. Alles zu sammeln und sich nicht davon trennen können, das ist schon ein merkwürdiger Vorgang. Es ging mir aber nicht darum, durch solche Dinge meinen Vater vorzuführen und lächerlich zu machen. Leute, die die Serie betrachten und mit denen ich spreche, fassen das zum Glück auch nicht so auf.”

Stiefel

Mittlerweile hadert Gerald von Foris nicht mehr mit der Situation, von mir befragt zu werden. Ein reges Treiben herrscht um uns herum, doch es lenkt uns nicht ab. Unser Gespräch entwickelt eine konzentrierte Tiefe, wenn der 45jährige Fotograf darüber berichtet, wie schwierig für ihn das Vater-Sohn-Verhältnis sei. Seine Eltern waren getrennt, er ist bei seiner Mutter aufgewachsen. Sein Vater sei ihm fremd gewesen, sagt er. Erst als dieser älter wird, fühlt er mehr Verantwortung für ihn. Die Serie, die er schließlich macht, dient nicht dazu, das Altwerden und damit verbundene Miseren als fotografisches Material auszubeuten: “Das Fotografieren war eine Art Therapie für mich. Meine Mutter kommt gar nicht in dieser Arbeit vor, aber sie hat zur gleichen Zeit auch gesundheitliche Probleme bekommen. Ich musste plötzlich für beide Eltern da sein. Vor allem für meinen Vater, mit dem ich nicht aufgewachsen bin und mich somit nicht wirklich mit ihm beschäftigt habe, mein Verhältnis war entfremdet von ihm. Seit 10 Jahren habe ich ihm jedoch bei kleinen Dingen geholfen, z.B. einzukaufen, das wurde beschwerlich für ihn. Vor drei Jahren spitzte es sich dann immer weiter zu mit ihm, er war mental gar nicht gut drauf. Das Buch, die Fotografie wurde für mich ein Mittel, um mich der Situation zu stellen. Es hat was gelöst in mir. Ist das egoistisch zu nennen? Ich weiß es nicht genau!
Im Nachhinein kann ich sogar etwas Schönes sehen in dem Wahnsinn der vorgefundenen Situation. Ich hab vielleicht gelernt, meinen Vater mehr zu akzeptieren. Als ich zuerst die Tücher entdeckte, war mein Schock riesig: Was ist denn nur mit ihm los? Ich fragte ihn, ob ich das wegwerfen könne, erhielt aber nur die Antwort: `das kann man noch gebrauchen, bloß nicht wegwerfen.´ Eine Mentalität einer Generation lässt sich daran aufzeigen, mein Vater hat traumatische Erlebnisse in seinen jungen Jahren gehabt, über die er nie geredet hat. Aber es scheint sich dann in solchen Dingen zu zeigen: Sparsamkeit, Angst vor Verlust. So wird es vielleicht sogar einleuchtend, dass man ein derartiges Leben führt und aus seiner Wohnung, deren Zustand sich verschlechtert, nicht raus will. Er hätte es gerne hübscher gehabt, nur er besaß kaum mehr die Kraft, es zu verändern. Der Haushalt war sicher kein Messie-Haushalt, er wusste genau, wo alles ist. Aber er wollte mit seinen Gegenständen einfach weiterleben, die ihm lieb und teuer waren.”

Lacoste

Gerald von Foris’ Serie ist eine, die den Verfall reflektiert. Das Küchentuch wird bei ihm zum Vanitassymbol, zu einem Verweis auf die Vergänglichkeit des Lebens. Es ist eine nüchterne, keineswegs rührselige Schilderung über die Tragödie des Altwerdens, die eben nicht nur die Alten, sondern auch die Angehörigen betrifft. Man sieht verschlissene Gardinen und schief sitzende Lampenschirme, Szenen, die einen in ihrem Wirkungseffekt melancholisch zurücklassen. Gerne möchte ich wissen, was es mit dem Titel des Buches auf sich hat. “Man hat bei dem Titel sofort bestimmte Bilder im Kopf. Der Vater steht mit seinem Sohn auf dem Hügel, zeigt auf sein Anwesen und spricht dann: Das, mein Sohn, wird alles einmal dir gehören. Ein Bekannter wies mich darauf hin, dass es sich um ein filmisches Zitat aus Monty Pythons `Ritter der Kokosnuss´ handelt. Das war mir gar nicht bewusst. Dort stehen auch Vater und Sohn im Schloss, schauen durchs Fenster und der  Alte sagt, das soll alles deines sein. Und dieser antwortet: Wie? Die ollen Vorhänge? Aber im Ernst: Um Goldbarren, Häuser etc. geht es mir nicht im Titel, sondern um die emotionale Last. Verantwortung ist das Erbe des Kindes. Was wird dir als Sohn aufgebürdet, wenn du den sukzessiven Verfall der Eltern mit ansehen musst. Das ist das Härteste. Die Rolle ändert sich, denn man ist gezwungen, viel mehr Fürsorge zu übernehmen. Die vielen Entscheidungen, die man treffen muss und das damit verbundene schlechte Gewissen, jemanden irgendwann ins Heim zu bringen.”

Gardine

Vielleicht sollte man an dieser Stelle schweigen und einfach auf die Elbe schauen. Da gäbe es vieles, worüber man nachdenken könnte. Das Gespräch hat eine Ernsthaftigkeit angenommen, die es mir schwer macht, zu meinem ursprünglichen Fragenkonzept zurückzukehren. Aber da ist ja noch die zweite, völlig andere Publikation, die ebenfalls  sehr ungewöhnlich gestaltet ist. Ich kann den Fotografen nicht entlassen, ohne ihn dazu zu befragen, wer für das besondere Buchdesign verantwortlich ist.

“Ich arbeite immer mit einem Graphiker zusammen, mit jemandem, der mich bei der Konzeption und Druckvorbereitung unterstützt. Natürlich entwickle ich eigene Vorstellungen, wie etwas aussehen und funktionieren könnte. Für mein allererstes Buch Wunden hab ich den Gestalter Mario Lombardo gefragt, der mir sehr geholfen hat. Es hat ewig gedauert, am Ende haben wir eine Zusammenstellung mit einem passenden Spannungsbogen entwickelt. Das war eine sehr gute Erfahrung. Darauf aufbauend frage ich gerne andere. Ich hab graphische Vorstellungen, aber eben keine Ausbildung und komme auf bestimmte Dinge gar nicht von selbst. Dieses Mal hab ich zwei Graphiker, die bei mir direkt um die Ecke wohnen, beauftragt. Sabine Bretschneider und Andreas Ullrich vom Büro suolocco. Ich konnte den beiden leider kaum was zahlen, war mit den Druckkosten schon völlig überfordert. Aber wir haben uns irgendwie geeinigt, es passte einfach menschlich und die beiden Designer haben entscheidende Ideen geliefert. Das Cover von Das, mein Sohn, wird alles einmal dir gehören ist nur ein Beispiel. Eine Verfremdung, die ich normal niemals gewollt hätte. Wir diskutierten lange über die Schrift und nutzten dann bunte Lettern. So führt der Titel erst einmal auf eine andere Spur, durch die Farben kriegt es etwas Fröhliches. Die Traurigkeit, die im Inneren verborgen ist, findet man auf dem Cover nicht. Ich mag diesen Widerspruch. Du hast eine Erwartungshaltung, die nicht bedient wird, wenn du das Buch öffnest. Ein anderes Beispiel: Die violette Banderole senkrecht um das Buch verlaufen zu lassen, ist eine aus der Not geborene Idee, um das kleinere Heft einzuhängen. Als Leser musst du erst einmal ein wenig arbeiten, um die Bücher voneinander zu trennen. Aber solche Lösungen mag ich.”

Und auch beim anderen Buch Das letzte Gericht oder Die Strafe Gottes muss man „arbeiten“ als Betrachter. Das Gummi lösen und aufpassen, dass die losen Seiten nicht aus den Buchdeckeln fallen. Es ist nicht ganz einfach, das Buch zu händeln. Während das andere Buch im Offset gedruckt wurde, ist Das letzte Gericht digital gefertigt, in einer 100er Auflage. Eine radikale, schöne Form, die ich so noch nicht kannte.

Pilze

“Digitaler Druck, lose Bindung – eigentlich ist das für mich als Buch nicht voll zu nehmen. Das Buch ist ungebunden, mit selbst erstelltem Siebdruckcover, handgeschnitten und geklebt. Wenn der Umschlag irgendwann auseinanderfällt, ist es mein Service, bei dir vorbeizukommen und ihn zu reparieren. Nein, im Ernst! Dass die Bögen wie bei einer japanischen Bindung gefalzt sind, aber lose im Umschlag liegen, war vor allem einem Kostenfaktor geschuldet. Dazu das dicke Gummi um die Pappe. Eigentlich gefällt mir das, weil es dem Ganzen einen Mappencharakter gibt. Es wäre okay, wenn Leute sich die Bilder rausnehmen und an die Wand hängen. Jeder soll machen, wie er will.”

Wie ist Gerald von Foris eigentlich darauf gekommen, gleich zwei Buchprojekte parallel zu veröffentlichen? “Das Material aus Finnland lag irgendwo bei mir rum. Die Graphiker wollten das mal sehen. Und sie kriegten den Text, den ich irgendwann dazu geschrieben hatte, in die Hände. Sie haben mich schließlich dazu gedrängt, daraus was zu machen. Das Buch zeigt nur einen kleinen Ausflug. Es war gerade eine echt harte Zeit, mit meinen kranken Eltern damals, und so habe ich eine Freundin in Finnland besucht. Wenn es einem nicht gut geht, ist Finnland aber nicht unbedingt das richtige Land. Ich hab Fotos gemacht, die ich danach total verdrängt habe. Irgendwann hab ich das Material hervorgezogen und gesichtet und war erstaunt, dass doch einige gute Arbeiten dabei sind.”

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Schon komisch, in keinem seiner Bücher sind Porträts zu finden. Dabei ist das doch genau die Spezialität des Fotografen, der oft Leute für Magazine, Plattencover etc. porträtiert, wie man auf seiner Seite sehen kann. Ich erzähle Gerald von Foris von dem neuen Murakami-Buch, das ich gerade gelesen habe. Dessen Held verlässt zum ersten Mal Japan, um ausgerechnet nach Finnland zu reisen. Der Autor beschreibt in “Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki” ein Szenario, das Gerald von Foris’ Fotos 1:1 entnommen sein könnte. Sogar das merkwürdige braune Schlauchboot im Wald kommt darin vor. Murakami ist jemand, der seine Geschichten immer wieder mit surrealen Momenten auffüllt. Surreal wirkt auch der Trip, den Gerald von Foris durch das Land im hohen Norden unternommen hat. In seinem zweiten Buch kommen alte Autos, Pilze, überfahrene Tiere, merkwürdige Architekturen, Abfallhaufen und eben jenes angesprochen Boot im Wald vor. Ist das Land tatsächlich so surreal, wie er es zeigt, möchte ich schließlich vom Fotografen wissen.

Boot

“Finnland war überhaupt nicht surreal. Es war meine persönliche Stimmung, von der ich mich total leiten ließ. Ich sah merkwürdige Gegebenheiten und hab die fotografisch gesammelt. Das war aber nicht bewusst geplant. Meine Befindlichkeit, die echt elend war, beeinflusste meine Sichtweise. Ich glaube sowieso, ich könnte auch noch im fröhlichsten Land traurige Bilder machen, vorausgesetzt, es gibt so etwas wie fröhliche Länder. Ich war viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad unterwegs, in die nächste Stadt und hab dann fotografiert. Es ist eine Geschichte über mich, über eine bestimmte Gemütsverfassung.”

Die Bücher sind grundverschieden und doch sind beide mit einer Ernsthaftigkeit belegt. Auch das Finnland-Buch umfasst eine inhaltliche Tiefe, aber eine, die an manchen Stellen ein Augenzwinkern mit einbezieht. In der persönlichen Begegnung ist Gerald von Foris jemand, der exakt diese beiden Grundzüge in sich trägt. Es ist absolut amüsant, mit einem reflektierten Gesprächspartner wie ihm die verschiedensten Themen zu verhandeln. Nur wenn die Sprache auf ihn selbst und die Bewertung seiner Arbeit kommt, ist er in einem tiefen Defätismus gefangen.

Totestier

Wie läuft der Verkauf der Bücher und sind irgendwelche Erwartungen seinerseits daran geknüpft, möchte ich abschließend wissen. “Der Verkauf ist bisher okay, ich komm vielleicht derzeit auf Null mit meinen Kosten. Ich hab gar keine Erwartungen. Ich bin einfach froh, wenn es einige Leute gibt, denen die Publikationen gefallen. Ich bin auch froh, dass es Buchhändler gibt, die das Buch mögen und sich dafür einsetzen. Die Reaktionen, die ich kriege, sind bisher positiv. Ich hab einmal überlegt, das Buch an Redaktionen zu schicken. Doch immer wenn ich ein Buch schon in einen Umschlag gesteckt habe, kriegte ich plötzlich Riesenzweifel, es abzusenden. Komisch eigentlich, ich könnte mehr Jobs gebrauchen, aber ich schick deswegen trotzdem keine Bücher rum…Eines ist gewiss! Ich möchte bald wieder ein Buch machen. Noch bin ich mir über das Thema unklar. Mit einem Verlag zusammenarbeiten, käme nicht in Frage. Ich hab die Freiheit des Selbermachens schätzen gelernt. Irgendwie finde ich schon einen Weg der Finanzierung, vielleicht probiere ich die Möglichkeit des Crowdfundings aus. Das wird dann ein Buch nur für jene Leute, die mein Zeugs mögen. Vielleicht mache ich ein nächstes Buch mit Porträts. Aber das braucht noch Zeit, ich bin langsam.”

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Das sei ihm gestattet: Alle Zeit der Welt. Am Ende wird erneut „Superzeugs“ dabei herauskommen. Da bin ich sicher. Aber das will der Fotograf jetzt echt nicht hören!
(Peter Lindhorst)

Gerald von Foris: Das, mein Sohn, wird alles einmal dir gehören. 32 S. mit 17 Farbtaf. (Plus Supplement mit 54 S., durchgehend illustriert). Pb., 22 x 30,2 cm, Auflage 500 Ex., signiert, nummeriert , € 25,00

Gerald von Foris: Das letzte Gericht oder Die Strafe Gottes. 58 Farbabb., o. pag., Hc., 15 x 21 cm, handgefertigtes Cover mit Siebdruck, Auflage 100 Ex., signiert, nummeriert, € 28,00

siehe auch: http://www.geraldvonforis.de

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