Von der Lust am Bucherfinden und dem Hang zur Selbstausbeutung. Misha Kominek im Gespräch.

Misha Kominek hat mehrere Vorhaben gleichzeitig am Laufen. Da schwirrt mir unweigerlich die Zeile des „Berlin“- Songs von Kraftklub durch den KopfIch habe da gerade so n’ Projekt – super! Noch nichts Konkretes, aber sehr geil, businessmäßig hab ich mich da noch nicht festgelegt.“ Doch während sich Kraftklub unverhohlen lustig macht über das Geschwafel Berliner Pseudo-Kreativer, redet der Ausstellungsmacher, Büchermacher, Galerist, Buchhändler und, ach ja, Fotograf nicht nur, sondern hat eine Reihe von beachtenswerten Projekten während der letzten Jahren realisiert. Kürzlich ist ein wunderbares kleines Buch von Alec Soth erschienen, jüngst wurde die Ausstellung mit Irina Ruppert in seiner Galerie eröffnet. Zwischendurch ging es mal eben zur Offprint nach Paris. Und gerade schicke ich dem rührigen Macher aus Berlin noch eine Anfrage, als er mit Rinko Kawauchi in seiner Galerie zusammensitzt, um ein gemeinsames Buch zu koordinieren. Der Mann ist beschäftigt!

Misha, du bist zurück aus Paris – hat es sich gelohnt?

Misha Kominek (rechts im Bild) bei der Offprint Paris 2012

Paris ist immer für einen Café au lait gut, vor allem im November. Irgendwie ist die Stimmung in Paris ungebrochen positiv während der Paris Photo. Es war mehr als schlau von Yannick Bouillis, vor einigen Jahren die Offprint Buchmesse parallel zur Paris Photo zu gründen. Dieses Jahr war es allerdings die mit Abstand beste Offprint-Veranstaltung. Die architektonischen Gegebenheiten in der „École nationale supérieure des beaux-arts“ sind großzügig und für Besucher einladend. Die Räumlichkeiten waren nicht so verschachtelt wie zuletzt, so dass die Leute automatisch an allen Ständen vorbeigeleitet wurden.

Wurden deine (kommerziellen) Erwartungen an diese Veranstaltung erfüllt?

Ich hab das Gefühl, dass Leute in Frankreich die meisten Fotobücher eher bei Messen und ähnlichen Veranstaltungen kaufen (Paris, Arles). Für mich ist die Offprint Paris jetzt schon im dritten Jahr mit Abstand die kommerziell erfolgreichste Buchmesse. Das ist kombiniert mit der eigenen Entdeckung einer unglaublichen Fülle von interessanten, mir noch unbekannten Fotobüchern und gleichzeitig mit dem Zusammentreffen ihrer Macher. Endlich fühlt man sich mal nicht wie der Nischenspezialist, der mit viel Überzeugungskraft den Leuten versucht, etwas zu verkaufen. Man gibt sich tatsächlich für vier Tage der Illusion hin, dass sich alle Menschen auf der Welt für Fotobücher interessieren. Es wurde richtig viel gekauft.

Letztes Jahr war z.B. Viviane Sassen bei dir zum book signing. Hattest du dieses Jahr wieder so einen Hochkaräter an deinem Stand?

Dieses Jahr habe ich u.a. ein book signing mit Alec Soth veranstaltet, er hat das von mir publizierte Buch „Looking for Love, 1996“ signiert, dazu einige Spezialitäten seines eigenen Verlags Little Brown Mushroom, wie etwa „Ohio“ oder“ Upstate“. Lise Sarfati hat ihr brandneues Buch „She“ vorgestellt und tatsächlich war auch wieder Viviane Sassen mein Gast, die „Roxane“ präsentierte.

Das Verrückte war aber, dass sich auch Bücher von weniger etablierten Fotografen richtig gut verkauft haben, z.B. Ester Vonplons „Cudesch da Visitas“, erschienen bei B.Frank Books oder Peter Dekens Leporellobuch „Touch“ von Eriskay Connection. Toll gemachte Publikationen!

Ester Vonplon: Cudesch da Visitas

Gehst du häufig auf solche einschlägigen Events, d.h. auf Messen, Buchfestivals etc.?

Ich war zuletzt auf der Amsterdamer Offprint, auch von Yannick Bouillis organisiert. Die war als erstmalige Veranstaltung viel kleiner als Paris und längst nicht so international. Aber es war trotzdem sehr nett: eine intime Atmosphäre in Verbindung mit der „Unseen“- Messe. In diesem Jahr hatte ich noch ein Heimspiel, die Berlin Book Days. Und dann war ich bereits schon einmal in Paris, weil das Kasseler Fotobuchfestival wegen der documenta dorthin ausgewichen ist. Die Veranstaltungen sind im Grunde doch sehr verschieden. Aber ich empfand alle Veranstaltungen als Höhepunkte, etwa Paris, wo das Kasseler Fotobuch Festival im Le Bal stattfand. Das ist auch ein toller Ort, der mit Ausstellungen, Buchhandlung und einer netten Bar das fotointeressierte Publikum anzieht.

Ich stell mir vor, dass eine Teilnahme einen enormen zeitlichen und finanziellen Aufwand voraussetzt! Lohnt sich das in der Regel für dich?

Meistens ist es tatsächlich eine Nullrechnung mit Anfahrt, Transport, Hotel, Messegebühr etc. Aber ich sehe es als gute Gelegenheit, selbst neue Arbeiten in Buchform zu entdecken und meine Bücher unter die Leute zu bringen. Die Vorbereitungen dazu können sehr aufwendig sein. Aber eine Messe ist ein gutes Forum, um dort eigene Bücher präsentieren und Aufmerksamkeit generieren zu können. Ich hab immer den Ehrgeiz, einige tolle Titel zu finden, die ich dann anbieten kann und book signings mit Fotografen zu machen.

Also ist Aufmerksamkeit eine wichtige Komponente in deiner Kosten-Nutzen-Rechnung?

Absolut, PR ist der springende Punkt, weswegen ich es mache.

Hast du eine feste Stammkundschaft, die du dort wiedertriffst? Kommen auch einschlägige Sammler an deinen Stand?

Das lässt sich schwer beantworten, es kommen so viele. Aber man kennt schon einige Leute, darunter natürlich die festen Sammler, die immer wieder vorbeischauen. Ich kaufe oft Bücher ein, weil ich weiß, dass diese später an den und den Kunden weggehen werden. Um nur mal drei Namen zu nennen: Krass Clement, JH Engström, Anders Petersen. Da gibt es Sammler, die mir davon alles abnehmen. Es gibt aber auch unbekanntere Fotografen, deren Bücher ich einkaufe, weil ich die gut finde. Ich vertraue darauf, dass sich mein Geschmack mit denen meiner Kunden deckt, was die Kriterien für ein gutes Fotobuch ausmacht.

Was sind denn diese Kriterien? Woran merkst du, einen Schatz in der Hand zu halten?

Das Buch nutzt sich nicht nach mehrmaligem Anschauen ab und stürzt mich nicht in Langeweile. Wichtig sind mir die Materialien und das Handwerkliche, also Papier, die Art der Bindung, der Lack, die Farben etc., die eine Korrespondenz zum Inhalt bilden. Für mich hat ein Buch in seiner Gesamtheit etwas Skulpturales. Ich mag gerne, wenn sich jemand gestalterisch was Neues traut. Schließlich ist mir die Editierung bzw. Sequenzierung sehr wichtig, die den Betrachter in eine bestimmte Richtung und an einen Endpunkt bzw. zur Erkenntnis führt.

Sind diese Veranstaltungen, die immer inflationärer stattfinden, die neuen Buchhandlungen? Muss man mobil und flexibel sein und zu den Kunden gehen, statt darauf zu bauen, dass diese bei dir in Berlin hereinschauen oder sich in dein Shop-System auf deiner Internetseite einloggen?

Das könnte man wohl so sehen, auf den Messen verkauft sich viel mehr, weil hier alles konzentrierter stattfindet. Das kann man nicht vergleichen mit meinem Buchverkauf in der Galerie, wo kaum jemand extra vorbeikommt oder mit meinem Online-Verkauf, auch wenn der mittlerweile immer besser läuft. Auf den Messen gibt es einfach so viel interessante Bücher, die der Fotobuchliebhaber in die Hand nehmen und also physisch erfahren kann, d.h. die Haptik, das Papier usw. Solche Veranstaltungen sind die geeigneten Orte, um seinen Fotobuchfetisch ausleben zu können. Und letztendlich geht es beim realen Blättern auch darum, einen Inhalt richtig erfassen zu können.

Wo siehst du den Schwerpunkt deiner Tätigkeit? Bist du in erster Linie Fotograf oder siehst du dich als Vermittler von Fotografie?

Wo mein Schwerpunkt genau liegt, ist schwierig zu sagen: eine Woche arbeite ich als Fotograf, dann bin ich Vermittler. Mir ist das, ehrlich gesagt, total egal. Ich versuche, das zu tun, wozu ich Lust habe und was ansteht. Das ist vielleicht der einzige Luxus, den ich mir leiste.

Wie sieht eigentlich deine Ausbildung aus?

Ich hab mich anfangs für Malerei interessiert, fand aber das Hochschulsystem in Deutschland furchtbar und bin deswegen irgendwann nach Spanien ausgewichen. Dort habe ich eine Ausbildung zum Fotografen absolviert. Das war aber eher eine Art Berufsschule. Die Fotografie hat mich dort gepackt und ich hab viel Zeit in der Dunkelkammer verbracht. Nach meiner Ausbildung habe ich bei einigen Fotografen assistiert. Am Anfang habe ich als Pressefotograf gearbeitet, um mich später auf den Bereich Industriefotografie zu konzentrieren. In dem Genre arbeite ich auch heute noch verstärkt, um Geld zu verdienen, das ich dann meist woanders wieder reinstecke.

Apropos Geld verdienen! Wie bist du auf die Idee gekommen, eine Galerie zu gründen? Bist du ein „klassischer“ Galerist?

Ich bin 2007 nach Berlin zurückgekommen und hab da die Galerie gegründet. Ich sehe mich nur insofern als Galerist, als ich versuche, zwischen Publikum und Fotografen zu vermitteln. Zunächst dachte ich ganz naiv, dass es ausreiche, einen Pool von guten Fotografen zusammenzubringen. Dann wird das schon irgendwie laufen. Aber es braucht am Anfang viel Geld und Ausdauer. Ich will aber keineswegs die Rolle eines klassischen Galeristen einnehmen, sondern diese eher sprengen. Ich hab selbst Erfahrungen mit Galeristen gemacht, die überhaupt keine Ahnung von Fotografie hatten und deren Geschäftsgebaren sehr merkwürdig wirkte. Dagegen arbeite ich entschieden an.

Ausstellungseröffnung: Irina Ruppert – Rodina (Foto: M. Kominek)

Sind deine Ausstellungen erfolgreich? Und wen hast du in deinem Programm?

Zu meinen Ausstellungseröffnungen kommen in der Regel 50 bis 100 Leute. Ich habe Vivianne Sassen, Enrique Metinides, Greg Girard, Andrew Miksys, Birthe Piontek oder zuletzt Zoé Beausire und Maja Forsslund ausgestellt. Es hat seine Zeit gebraucht, bis ich überhaupt Bilder verkauft habe, aber jetzt wird es von Jahr zu Jahr besser.

Das Büchermachen – kam das automatisch als Betätigungsfeld dazu? Wie finanzierst du deine Publikationen? Es sind erstaunliche Bücher bei dir herausgekommen, etwa Enrique Metinides oder „Polaroids of Africa“ von Vivianne Sassen, jetzt zuletzt Alec Soth…großartige Bücher. Wie konntest du z.B. jemanden wie Metinides für ein Buch gewinnen?

Ich wollte schon immer Bücher machen, bevor ich überhaupt an so etwas wie eine Galerie dachte. Es ist eine Mischkalkulation. Die Galeriegewinne finanzieren zum Teil meine Publikationen. Ich investiere Geld, das ich mit meinen Fotoaufträgen verdiene und neuerdings gibt es Partner oder Sammler, die sich an Buchprojekten beteiligen.

Alec Soth und Metinides gehörten schon immer zu meinen Favoriten. Wenn ich jemanden gut finde, gehe ich mit extremer Leidenschaft an die Sache heran. Ich bin sehr inspiriert und will unbedingt ein gutes Buch machen, und diese Energie scheint den Künstler zu überzeugen. Das Konzept für das Metinides-Buch hatte ich von Anfang an im Kopf. Ich habe es genauso dem Fotografen vorgeschlagen und dann Sybren Kuiper als Gestalter gesucht, um es in eine geeignete Form zu bringen. Ich mag mich in der Rolle eines Bucherfinders, der eine bestimmte Grundidee hat und dann mit verschiedenen Teams daran arbeitet.

Wenn irgendjemand einen Verlag gründet, wird er von außen schnell mit Projekten geflutet. Ein unbekannter Fotograf, der eine Buchidee im Kopf hat – wird der auch eine Chance haben, mit dir zusammenzuarbeiten?

Da muss er aber schon drei Sachen mitbringen: Superbilder, Geld und Spaß am Experimentieren.

Musst du nicht sehr kreativ sein im Akquirieren von zusätzlichen Geldmitteln, die du für deine Buch- oder Ausstellungsproduktionen nutzt?

Das ist Neuland, aber ich habe dazugelernt. Tatsächlich gibt es jetzt Beteiligungen von Partnern an Buchprojekten. Diese werden dann am Gewinn beteiligt oder in Naturalien, sprich Prints, bezahlt.

Ist bei dir schon mal ein Titel entgegen deiner Erwartung gefloppt?

Bei mir sind ja insgesamt erst 5 Bücher erschienen. Davon ist keines so richtig gefloppt. Zwei waren sehr schnell ausverkauft. Aber es kann schon zäh sein beim Abverkauf, wenn ich eine Auflage zwischen 500 und 2000 mache. Zum Glück ist Alec Soth jetzt schon so gut wie ausverkauft.

Alec Soth: Looking for Love 1996.

Arbeitest du mit einem professionellen Vertrieb zusammen? Wie stark nutzt du die Kanäle des Social Networks für dich?

Meine Bücher werden durch die GVA in Göttingen und Idea Books in Amsterdam vertrieben. Aber mittlerweile geht alles in Richtung Eigenvertrieb. Das ist ein enormer Aufwand, aber ich hab dabei die volle Kontrolle und der Gewinn ist pro Buch entsprechend größer. Ich biete das Buch dann einschlägigen Buchläden an, von denen es weltweit vielleicht 100 gibt. Aber das ist mehr als genug bei den Special-Interest-Büchern, die ich mache.

Das Internet hilft ungemein, Kunden können auf meiner Seite einkaufen. Beim Social Networking bin ich gespalten, ich mach das zwar mit, aber im Grunde hasse ich Facebook. Es bringt wirklich viel mehr, auf eine gut besuchte Messe zu gehen und dort seine potentiellen Kunden zu treffen.

Du übernimmst auch noch die Funktion eines Händlers und bietest selbst kleine Preziosen anderer Fotografen an. Wie kommst du denn an diese Bücher? Welchen Aufwand betreibst du dazu?

Die Recherche für Titel, die ich schließlich anbiete, verschlingt riesig Zeit. Ich kauf irgendwo 3 bis 5 Bücher ein und es kann passieren, dass ich dann auf denen sitzenbleibe, was überaus ärgerlich ist. Man fühlt sich manchmal wie im Spekulationsgeschäft. Ich investiere in Bücher in der Hoffnung, diese mit Gewinn zu verkaufen. Aber das passiert eben nicht immer. Mir macht es aber immer wieder riesigen Spaß, sogenannte „self-publish“ Bücher aufzuspüren, Bücher von Fotografen, die extrem viel Mühe für die Buchproduktion aufwenden und diese in kleinen Auflagen und dementsprechend ohne großen Vertrieb publizieren.

Kaufst du, wenn du unterwegs bist, ein oder recherchierst du übers Netz?

Klar, ich versuche schon, Bücher direkt auf den Veranstaltungen zu finden. Doch meistens ist überhaupt keine Zeit dazu, da ich ja selbst am Stand stehe und verkaufe. So bleibt mir vor allem das Netz, um Neues zu entdecken. Und nicht zu vergessen, ich berate mich gerne mit Kollegen wie Michael Klein aus der Buchhandlung im Haus der Photographie oder Sammlern, die mich auf ihre Entdeckungen hinweisen.

Sammelst du selbst Bücher? Was hältst du von der Entwicklung, dass Sammler viel, sehr viel Geld für gesuchte Fotobücher hinlegen…

Ich bin kein Sammler. Aber ich kann mich sehr für ein Buch begeistern und kaufe es dann. Genauso gut kann ich mich davon auch wieder trennen, wenn ich nach einigen Monaten das Gefühl habe, dass das Buch nur eine vorgetäuschte Schönheit hatte. Ich finde, es gibt so viele prätentiöse Bücher. Meist nervt mich das überzogene Design.

Der Markt hat sich so entwickelt, dass bestimmte Bücher, die in Kleinauflagen erschienen sind, sehr teuer werden können. Natürlich bin ich selbst Teil des Marktes, da ich mit genau diesen raren, hochpreisigen Büchern Geld verdiene. Aber im Grunde schlägt mein Herz eher für das erschwingliche Buch, das – wie beschrieben – gut gemacht ist, nicht zu exklusiv angeboten wird und eben die Leute über einen Insiderkreis hinaus erreicht.

Special Edition: Irina Ruppert – Rodina. Angeboten in der Galerie. (Foto: Misha Kominek)

In welcher Form arbeitest du lieber mit einem Künstler zusammen? Gemeinsam eine Ausstellung kreieren oder ein Buch konzipieren?

Auch wenn es etwas Besonderes ist, mit einem interessanten Fotografen eine Ausstellung zu gestalten, ist das Büchermachen doch viel aufregender. Man kommt sich sehr nah und kann genau erkennen, wie der andere denkt und arbeitet. Das Büchermachen ist eine viel längere und intensivere Herausforderung und nicht zu vergleichen mit der Organisation einer kleinen, feinen Ausstellung in den Galerieräumen.

Wenn ich z.B. mit Rinko Kawauchi ein Buch konzipiere, ist das ein Prozess, bei dem ich sehr genau Einblicke in die Denkweise der Künstlerin erhalte. Das Buch, das wir gemeinsam planen, wird ihre Kontaktabzüge präsentieren. Dazu müssen wir zunächst das Archiv durchkämmen, uns auf inhaltliche Schwerpunkte einigen und das Material ordnen. Im nächsten Schritt denken wir über das Layout nach bzw. versuchen, eine adäquate Form der Präsentation von Kontaktabzügen zu finden. Es liegen sehr viele Etappen vor uns, bis das Buch letztendlich so ist, wie wir es wollen.

Was dürfen wir von dir in der Zukunft erwarten? Was sind deine nächsten Projekte?

Neben Rinko Kawauchi wird es ein neues Buch von Vivianne Sassen mit Selbstportraits geben. Ein anderes Projekt entsteht mit Andrew Miksys. Thema ist Weißrussland. Und ich versuche gerade, John Gossage zu überreden, ein zweites „The Pond“ über einen Tümpel in der Nähe von Berlin zu machen.

Wir sind letztens zusammen durch Berlin gefahren. Aus deiner Anlage dröhnte Deichkinds „Leider geil.“ Laufen deine Aktivitäten letztendlich auf ein Selbstausbeutungsmodell hinaus, das man nur damit rechtfertigen kann, dass es „leider geil“ ist, da die Lust an der Fotografie dich nicht anders lässt?

Misha Kominek, Offprint Paris 2012

„Leider geil“ ist einfach ein gutes Lied zum Autofahren in Berlin, um die ganzen Radfahrer von der Straße zu fegen. Nein, im Ernst. Meine Leidenschaft ist es, gute Publikationen zu machen. Oder um im Bild zu bleiben: Ich möchte das Fotobuch rocken! Ausbeutungstendenzen gibt es leider, aber es ist immerhin ein unabhängiges Arbeiten. Sollte ich wider Erwarten damit scheitern und den Laden dicht machen, kann ich wenigstens sagen: Ich hab ein paar schöne Bücher mit Leuten gemacht, die ich gut finde. Es ist als Kleinverleger schwierig, aber ich hoffe, nicht unterzugehen. Im Februar nächsten Jahres wird es eine neue Fotobuchmesse in Düsseldorf geben, die von Jeffrey Ladd organisiert wird. Da kommt übrigens ein weiteres Fotobuch heraus mit dem Titel „First Journey Home“… fotografiert von Misha Kominek.“ (Peter Lindhorst)

Weitere Infos unter: http://www.kominekgallery.de

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