Buch «Wüstungen» von Anne Heinlein und Göran Gnaudschun

Foto: Anne Heinlein, aus "Wüstungen"
Anne Heinlein, Groß Grabenstedt I, Landkreis Salzwedel/Sachsen-Anhalt, erstmals urkundlich erwähnt: 1291, gewüstet: 1986

 

Crowdfunding erfolgreich. 12.785 € erzielt.
«Wüstungen», das sind geschleifte Orte an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die zwischen 1952 und 1988 dem Erdboden gleichgemacht wurden. Es gab Ortschaften, die das freie Schussfeld gestört haben, die schlecht zu bewachen waren oder die einfach zu nah an der Grenze standen – vom Einzelgehöft bis zum ganzen Dorf. Viele der Bewohner wurden zwangsumgesiedelt und haben so ihre Heimat verloren.
Anne Heinlein und Göran Gnaudschun haben diese Orte aufgesucht und Anne Heinlein hat dort mit ihrer Großformatkamera fotografiert. Für die  Arbeit werden auch Bilder aus den Privatalben der Bewohner und aus staatlichen Archiven verwendet. Es gibt Dokumente, die die geheimen Aktionen beleuchten und Texte von Göran Gnaudschun, die aus Erinnerungen von ehemaligen Bewohnern, dem eigenem Erleben in der Gegenwart vor Ort und dem Bezug zur administrativen Ebene ein Geflecht von sehr individuellen Bezügen zu den Orten schaffen.

«Wüstungen» erscheint am 8. Januar 2017 zur Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung im Haus am Kleistpark in Berlin. Das wird vom Distanz Verlag in Berlin verlegt (176 Seitem, matt gestrichenes Papier, Fadenheftung. Offsetdruck, 1000 Exemplare, Deutsch mit englischer Übersetzung).

Zur Finanzierung haben Anne Heinlein und Göran Gnaudschun eine Crowdfunding-Kampagne bei Vision Bakery gestartet. Mindestens 11.900 € sollten auf diese Weise finanziert werden. Als Dankeschöns gab es u. a. das Buch (auch als Vorzugsausgabe), Postkarten oder einen Workshop. www.visionbakery.com/wuestungen

aus "Wüstungen"
Göran Gnaudschun und Anne Heinlein, Ringelreihe, Billmuthausen, späte 1930er-Jahre

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